(This is another post about the rude mutilation of the Swiss-German language by companies from Germany, so it won’t make much sense to translate it to English.)
Ich sehe wirklich nicht viel fern, aber in fast jeder Werbepause findet man wieder schweizerdeutsche Werbespots, die klingen, wie wenn ein deutscher den Text geschrieben hätte, der die Schweiz höchstens daher kennt, einmal ein Bild von einem Fondue in einem Lexikon gesehen zu haben.
Mein neues Beispiel ist Mars. Ja, amerikanische Firma, trotzdem schlecht. Um die Euphorie für die Fussball-EM 2008 in der Schweiz anzukurbeln, wird das beliebteste Produkt der Firma für die EM-Zeit von Mars in “Hopp” umbenannt. Das kommt vom Fussball-Fan-Ausruf “Hopp, Schwiiz!” Soweit ganz herzig. Aber was sagt der überschweizerische Schweiz-Fan im Werbespot da? Er sagt:
“[...] um eusi Fuessball-Nati zum Sieg z triibe.”
“Um” gibt es nicht. Das heisst “zum”. Solche germanische Verwässerungen der Schweizer Sprache sind ja an sich schon beschämend, aber Mars macht sich hier zum doppelten Verlierer: Die ganze Werbekampagne baut auf das Hopp, einen klaren Helvetismus. Wenn die Werber zwar den Helvetismus für ihre Verkaufsförderung ausnutzen wollen, nicht aber den zweiten Schritt tun und die schweizerdeutsche Sprache dafür verwenden, sind das zwei Eigentore für Mars.
Deshalb überreiche ich der Mars Corporation heute die deutschenschweizerische Flagge zur Anerkennung ihrer Arbeit gegen die schweizerdeutsche Sprache und den erfolgreichen Angriff auf den alemannischen Sprachraum.

Es ist frustrierend zu sehen, wie urschweizerische Firmen in ihrer Werbung das Schweizerdeutsch vergessen haben. Nestlé zum Beispiel scheint seine Werbung erst in Hochdeutsch zu schreiben und dann einzuschweizern. Wie sonst ist zu erklären, dass in der Incarom-Werbung die neue Verpackung in Züridütsch als “Dosä” statt als “Büchs” bezeichnet wird? Nicht irgendein Produkt, nein, Incarom! Der schweizerischste aller Zichorie-Maltodextrin-Instant-Kaffees verlernt sein Schweizerdeutsch. 


