Archive for March, 2008

(This is another post about the rude mutilation of the Swiss-German language by companies from Germany, so it won’t make much sense to translate it to English.)

germ-swissian-flag.pngIch sehe wirklich nicht viel fern, aber in fast jeder Werbepause findet man wieder schweizerdeutsche Werbespots, die klingen, wie wenn ein deutscher den Text geschrieben hätte, der die Schweiz höchstens daher kennt, einmal ein Bild von einem Fondue in einem Lexikon gesehen zu haben.

Mein neues Beispiel ist Mars. Ja, amerikanische Firma, trotzdem schlecht. Um die Euphorie für die Fussball-EM 2008 in der Schweiz anzukurbeln, wird das beliebteste Produkt der Firma für die EM-Zeit von Mars in “Hopp” umbenannt. Das kommt vom Fussball-Fan-Ausruf “Hopp, Schwiiz!” Soweit ganz herzig. Aber was sagt der überschweizerische Schweiz-Fan im Werbespot da? Er sagt:

“[...] um eusi Fuessball-Nati zum Sieg z triibe.”

“Um” gibt es nicht. Das heisst “zum”. Solche germanische Verwässerungen der Schweizer Sprache sind ja an sich schon beschämend, aber Mars macht sich hier zum doppelten Verlierer: Die ganze Werbekampagne baut auf das Hopp, einen klaren Helvetismus. Wenn die Werber zwar den Helvetismus für ihre Verkaufsförderung ausnutzen wollen, nicht aber den zweiten Schritt tun und die schweizerdeutsche Sprache dafür verwenden, sind das zwei Eigentore für Mars.

Deshalb überreiche ich der Mars Corporation heute die deutschenschweizerische Flagge zur Anerkennung ihrer Arbeit gegen die schweizerdeutsche Sprache und den erfolgreichen Angriff auf den alemannischen Sprachraum.

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I am currently at the OpenExpo in Bern, helping out at the Ubuntu booth. And guess who’s sitting 8 meters to the right of me, happily hacking away? It’s Alan Cox’s smiling beard. The picture is so blurred because the beard is emanating wisdom.

(This post seems to be in German. Sorry about that. It just wouldn’t make sense to write it in English, it’s a local thing.)

germ-swissian-flag1.pngEs ist frustrierend zu sehen, wie urschweizerische Firmen in ihrer Werbung das Schweizerdeutsch vergessen haben. Nestlé zum Beispiel scheint seine Werbung erst in Hochdeutsch zu schreiben und dann einzuschweizern. Wie sonst ist zu erklären, dass in der Incarom-Werbung die neue Verpackung in Züridütsch als “Dosä” statt als “Büchs” bezeichnet wird? Nicht irgendein Produkt, nein, Incarom! Der schweizerischste aller Zichorie-Maltodextrin-Instant-Kaffees verlernt sein Schweizerdeutsch.

Incarom kennt ausserhalb der Schweiz niemand, es gibt keine Deutschland-deutsche Incarom-Website bei Nestlé, das Produkt ist ein Binnenprodukt, produziert für einen Binnenmarkt von Binnenschweizern mit ihrem Binnenschweizerdeutsch. Warum nur säuselt die Dame in der Werbung dann Zürihochdütsch? Vielleicht ein deutscher Texter, sprachlich noch nicht ganz assimiliert? Oder deutsche Werbefirma für schweizerdeutsche Werbung? Man könnte heulen.

Ein ähnlich hässlicher Auswuchs der Werbeindustrie ist das kürzlich gehörte “Chüelregal”. Gibt es ein Regal? Mein Ohr verlangt nach einem Gstell. Deshalb, wenn wir hier schon zürcheren: Chüelgstell.

Ich bin kein Traditionalist, aber die Entschweizerung des schweizerdeutschen Vokabulars gefällt mir nicht. Wenn man sich heute ein altes (20er-Jahre) Khurertütsch-Wörterbuch anschaut, findet man dort fast nur Wörter, die man auch als Khurer nie gehört hat. Das mag ein Opfer der Angleichung der Dialekte sein, andererseits möchte ich auch die Verhochdeutschung der Gesellschaft schuldig erklären, und diese kulminiert darin, dass wir Incarom jetzt in einer “Dosä” kaufen können.

Schweizerdeutsch ist nicht Hochdeutsch. Schweizerdeutsch ist eine alemannische Sprache, Hochdeutsch eine westgermanische. Das Schweizerdeutsch zu germanisieren ist genauso eine blöde Idee wie das Hochdeutsch zu alemannisieren. Also hört auf damit.

Deshalb überreiche ich Nestlé SA heute die deutschenschweizerische Flagge zur Anerkennung ihrer Arbeit an der subtilen Ausrottung des alemannischen Sprachgebrauchs.