(This is another post about the decline of the Swiss-German language, so it won’t make much sense to translate this to English. But if you’re interested in what’s going on, drop a comment and I’ll give a summary
)
Heute in 20 Minuten gelesen: Die UNESCO stuft Schweizerdeutsch von “nicht bedroht” neu als “unsicher” ein. Ich fühle mich bestätigt, denn ich motze ja schon lange über die schleichende Unterwanderung der Dialekte durch Germanismen. Das wundert ja auch nicht, wenn doch die Schweiz seine Dialekte freiwillig und schon im Kindergarten zerstört, z.B. indem sie Kindergartenlehrer dazu zwingt, mit den Kleinen Hochdeutsch zu sprechen.
20 Minuten zitiert ausserdem ein weiteres schönes Beispiel: Fernsehmoderatoren sagen germanisierte Dinge wie “insbsunderi” statt des schweizerdeutschen “bsunders”. Da fallen mir die Nasenhaare aus.
Wenn man sich den UNESCO Atlas der bedrohten Sprachen ansieht, ist die Schweiz damit die Heimat einer unsicheren (Schweizerdeutsch) und drei bedrohter Sprachen (Romanisch, Lombardisch und Francoprovençal).
Verlieren wir das Schweizerdeutsch, verlieren wir auch einen Teil unserer Identität. Schaut euch doch mal bei unserem Nachbarn im Norden um: Dialekt wird nur noch im Dorf gesprochen, gestandene Bayern säuseln zum besseren Verständnis in bühnenreifem Hochdeutsch vor sich hin statt mit fröhlich rollendem R und gutem Beispiel voranzuschreiten und halt auch einmal ein Wort zu benutzen, das ein Fischkopp vielleicht nicht kennt. Habt doch Mut zum Dialekt, dann ginge es dem Schweizerdeutsch vielleicht auch besser.
Dabei haben die Deutschen “nur” ihre Dialekte zu verlieren. Die Schweizer, die Westösterreicher und die Südostdeutschen verlieren eine richtige Sprache, das Allemannische.
Blinder Protektionismus ist sicherlich auch doof, aber ich fange einmal mit einem Projekt an, das ich schon lange starten wollte. Ich suche mir jemanden, der noch richtigen Zürcherdialekt spricht und übersetze die Applikationen der Zürcher Hochschule der Künste ins Züritüütsch. Wenigstens die, für die ich zuständig bin. Klar, das hat keinen praktischen Nutzen, aber vielleicht fällt den Leuten so auf, wie gleichgültig sie ihre Sprache opfern.
Ich würde ja lieber Khûrertütsch verwenden, aber erstens kommen die Applikationen ja aus einer Zürcher Hochschule und zweitens habe ich schon so lange keine richtiges Khûrertütsch mehr gehört, dass ich es weder richtig kann noch glaube, dass der Khûrer Wortschatz das Sterben der letzten Generation überlebt hat
Kann jemand hier Züritüütsch? Und vielleicht auch schon von gettext gehört? Das wäre die Idealkombination